Das Gewissen

Kürzlich stand ich beim Aldi an der Kasse.

Der Laden liegt fünf Gehminuten von meinem Zuhause entfernt, im Salemer Tal. Gute Luft. Saubere Straßen. Eine Landschaft, in der man Fremde und Bekannte grüßt.

In meinen Händen zwei Liter Haferdrink. Auf meiner rechten Schulter ein blauer Stoffbeutel.

Vor mir ein Mann.

Freundlich bot er mir an, mit meinen zwei Sachen vorzugehen.

Ich sagte ihm, dass ich noch fünf Artikel im Beutel habe.

„Sie nehmen es wohl genau, was?“ sagte er lachend.

„Ja“, antwortete ich. „Ich will mit einem guten Gewissen schlafen.“

Er sagte: „Ahh, das Gewissen.“

Sein „Ahh“ klang fast überrascht.
Als wollte er sagen: Das Gewissen – das gibt es also auch noch.

Ja. Das Gewissen. 

Es ist etwas Wesentliches. Ich meine damit das innere gute Leben eines Menschen.

Unser Gewissen ist unbezahlbar – solange die Seele nicht käuflich wird.

Wer sein Gewissen achtet, schläft gut.

Das ist wahrer Wohlstand.